USD/RUB fällt – „permanente Waffenruhe“ in der Ost-Ukraine?

Das Büro des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko erklärte in einem kurzen Statement, dass nach Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Vereinbarung über eine „permanente Waffenruhe“ in der Ost-Ukraine vereinbart worden sei. Die Nachricht von einer Waffenruhe wurde vom Markt mit Erleichterung aufgenommen, und die Rate von USD/RUB fiel daraufhin, ausgehend von ihrem Allzeithoch, um etwa -1,3% ab. Gleichzeitig legte der größte Aktienindex Russlands um etwa +2,30% zu.

Der Euro wurde durch die Nachricht von der Waffenruhe ebenfalls befeuert, da sich die negativen Auswirkungen der Sanktionen auf die Wirtschaft der Eurozone bereits gezeigt hatten. Die Verkündung der Vereinbarung ließ die Rate EUR/USD erstarken – aber das Paar konnte seine Gewinne nicht halten, und es fiel in der folgenden Stunde wieder ab. Das lang erwartete EZB-Treffen am Donnerstag bleibt somit weiterhin der Schlüsselfaktor für den EUR.

Der britische Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor verzeichnete im August sein höchstes Ergebnis seit dem Oktober 2013, womit er stark mit den Prognosen eines Rückganges kontrastierte. Der vorgenannte Index ließ das Pfund steigen, und zwar bis knapp unter die psychologische Linie von 1,6500. Allerdings hat das anstehende Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands das negative Sentiment des Marktes gegenüber dem Pfund noch vertieft – und wir erwarten daher, dass es im Vorfeld der morgen bevorstehenden Zinsentscheidung der Bank von England weiter abwerten wird.

USD/RUB – Charttechnik

USDRUB_03Sep2014

USD/RUB – Die Rate brach ein, nachdem sie eine Widerstandslinie nahe der Marke von 37,500 (R1) gefunden hatte. Gegen Mittag in Europa schien sie bereit, die in eine Unterstützungszone verwandelte vormalige Widerstandszone von 36,550 / 36,700 (definiert durch das Hoch des 17. März, sowie jenes des 8. August) herauszufordern. Obwohl es noch zu früh ist, einen neuen Abwärtstrend auszumachen – die Preisstruktur deutet noch nicht auf eine solche Entwicklung hin –, ist ein weiterer Kursrückgang doch wahrscheinlich, wenn Sie mich fragen. Das zweite Kursziel der umgedrehten „Kopf und Schultern“-Formation (die am 17. Juli vollendet wurde) und das erste Kursziel der Dreiecksformation (die am 28. August abgeschlossen wurde) sind bereits erreicht. Dies bringt mich, zusammen mit der vereinbarten Waffenruhe in der Ost-Ukraine und der Tatsache, dass das Paar von seinem Allzeithoch heruntergekommen ist, zu der Annahme, dass die Longs es im Augenblick noch vermeiden werden, in den Markt einzusteigen. Eine klare Bewegung unter die Unterstützungszone von 36,550 / 36,700 würde vermutlich die heutige bärenhafte Welle weitergehen lassen, vielleicht bis hin zu unserer nächsten Unterstützungslinie von 35,850 (S2). Darüber hinaus kam der RSI aus seinem überkauften Feld heraus und steuert nun auf seine Linie von 50 zu, während der MACD Anzeichen einer Gipfelbildung zeigt und in naher Zukunft unter seine Signallinie wechseln könnte. Diese beiden Umstände unterstützen mich in meiner Ansicht, dass es im Moment wohl kein so guter Zeitpunkt wäre, um auf den Aufwärtstrend zu vertrauen, da kurzfristig weitere Kursrückgänge wahrscheinlich erscheinen.

• Unterstützungslinien: 36,550 (S1), 35,850 (S2), 35,400 (S3) .

• Widerstandslinie: 37,500 (R1) (Allzeithoch).

Eine technische Analyse von Marschall Gittler für IRONFX.com